EeePC -Xandros
Der EeePC 900A wird von Asus mit einem angepassten Xandros-Linux ausgeliefert. Mit dem installierten System kann man OpenOffice und Firefox einigermaßen nutzen. Solange man nicht mehr machen will ist das System sehr stabil, es lässt sich auch sehr leicht wiederherstellen. Wenn man das System erweitern oder zusätzliche Software installieren will, dann macht sich aber schnell bemerkbar, dass Xandros bzw. Asus einige Fehler gemacht haben, die auch nach vielen Updates immer noch nicht beseitigt sind.
Hier die Beschreibung, wie man mit dem ausgelieferten System einigermaßen arbeiten kann.
StarOffice 8 - Wörterbücher
In des Standard-Installation des StarOffice steht leider kein deutsches Wörterbuch zur Verfügung, obwohl ein Paket installiert ist, das danach aussieht. Zur Problemlösung habe ich mir einfach von einer kompletten StarOffice-Installation aus dem Verzeichnis
/opt/staroffice8/share/dict
alle Dateien die mit grm* anfangen in das entsprechende Verzeichnis auf dem EeePC kopiert.
grm104.hsp grm92.ths grm.fca grm.hyp grmphon.env
Schon steht das Wörterbuch auch auf dem EeePC zur Verfügung.
Ich weiss aber nicht, ob das auch so einfach geht, wenn man einen Windowsrechner als Quelle nimmt. Mein Desktop-Rechner läuft auch unter Linux.
Inzwischen ist von Asus ein Update verfügbar, welches die Wörterbücher nachrüstet.
Das Dateisystem
Der SSD-Speicher des Eee ist in vier Partitionen aufgeteilt.
Disk /dev/sda: 8069 MB, 8069677056 bytes 255 heads, 63 sectors/track, 981 cylinders Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes Device Boot Start End Blocks Id System /dev/sda1 1 425 3413781 83 Linux /dev/sda2 426 979 4450005 83 Linux /dev/sda3 980 980 8032+ c W95 FAT32 (LBA) /dev/sda4 981 981 8032+ ef EFI (FAT-12/16/32)
Für den laufenden Betrieb wichtig sind hier nur die beiden großen Partitionen sda1 und sda2. Generell ist es so, dass beim ersten Start des Systems sda2 eigentlich leer ist. Die Vorinstallierte Software befindet sich auf sda1. Da auf diese Partition im Betrieb kein schreibender Zugriff erfolgt langt es die Partition sda2 zu leeren, um den Rechner auf den Auslieferungszustand zurückzusetzen.
Interessant ist die Art und Weise, wie die Partitionen eingebunden (gemountet) sind.
rootfs on / type rootfs (rw) /dev/sda1 on /.ro type ext2 (ro) /dev/sda2 on /.rw type ext3 (rw,noatime,data=ordered) none on / type aufs (rw,xino=/.rw/.aufs.xino,br:/.rw=rw:/.ro=ro) proc on /proc type proc (rw) sysfs on /sys type sysfs (rw) devpts on /dev/pts type devpts (rw) tmpfs on /dev/shm type tmpfs (rw) tmpfs on /tmp type tmpfs (rw) usbfs on /proc/bus/usb type usbfs (rw) /dev/sdb1 on /media/D: type ext2 (rw,sync) /dev/sda1 on /ro type ext2 (ro)
Die erste Partition ist zweimal mit nur lesendem Zugriff (/.ro und /ro) eingbunden. Die zweite Partition ist beschreibbar unter /.rw eingebunden. Das eigentliche Dateisystem bestaht dann darin, dass beide Partitionen übereinander gelegt werden. Lesende Zugriffe erfolgen in der Regel von sda1, schreibende Zugriffe erfolgen auf sda2. Nur wenn es auf beiden Partitionen die gleiche Datei gibt, dann wird auf die Version von sda2 zugegriffen. Damit kann man quasi auch vorhandene Dateien überschreiben. Beim Überschreiben erhöht sich aber auf alle fälle der Speicherplatz-Bedarf, da die Datei nun auf beiden Partitionen vorhanden ist.
Bei der hier dargestellten mount-Liste ist zusätzlich eine HCSD-Karte im Laufwerk, die unter /media/D: eingebunden wurde.
Die immer noch nicht fehlerfreie Software-Verwaltung
Asus hat bei EeePC eine Software-Aktualisierung eingebaut. Diese Aktualisierung läuft im Hintergrund und wartet auf eine Netzverbindung. Einige Veränderungen werden ganz automatisch durchgeführt oder spätestens wenn man das Programm Software-Verwaltung startet. Zu den automatischen Veränderungen gehört z.B. die Einführung von /var/lib/AsusLauncher/simpleui.rc für die Oberflächenverwaltung. Das ganze Verzeichnis /var/lib/AsusLauncher/ gibt es vor dem Aufbau der ersten Netzverbindung nicht.
Die restlichen Angebote in der Software-Verwaltung verändern sich häufig, zumindest wenn man immer mal wieder einen F9-Reset durchführt, dann merkt man das.
Inzwischen (Stand 14.10.2008) funktioniert sogar das Update für das Antiviren-Programm und es verschwinden keine Deskop-Icons mehr beim Update. Auch der zweite Dateimanager taucht nicht mehr auf.
Was immer noch nicht klappt ist die Installation von Software, z.B. über den Eee-Download. Selbst ein Programm wie Kopete, welches über die Software-Verwaltung zum Download angeboten wird macht Probleme. Die Installation erfolgt zwar, aber mit einer Fehlermeldung, die bei allen folgenden Installationen wieder mit auftaucht.
Mir ist aufgefallen, dass bei Fehlern in der Regel das Postinst-Script mit einer Fehlermeldung aufwartet. Für Kopete ist dies z.B.
/var/lib/dpkg/info/kopete.postinst
Hier gibt es einen Speicherzugriffsfehler. Zuständig ist hier der Bereich
case "$1" in
configure)
update-alternatives --quiet --install \
/usr/share/services/irc.protocol irc.protocol \
/usr/share/apps/kopete/irc.protocol 40
Es ist nicht ganz verwunderlich, dass es hier zu einem Fehler kommt, weil es die Datei /usr/share/apps/kopete/irc.protocol nicht gibt. Die Zeilen dienen dazu das Alternatives-System von Debian zu konfigurieren, welches mehrere Programme für den gleichen Zweck zulässt. Für einen messanger ist das nicht so wichtig, wie für ein Systemprogramm. Also habe ich die Zeilen einfach auskommentiert.
case "$1" in
configure)
# update-alternatives --quiet --install \
# /usr/share/services/irc.protocol irc.protocol \
# /usr/share/apps/kopete/irc.protocol 40
Anschließend habe ich dann die Konfiguration neu durchführen lassen mittels
sudo apt-get -f install
Spätestens nach dem zweiten Aufruf tauchen keine Fehler mehr auf.
Man kann seinen EeePC auch mit der Debian Paketverwaltung aktualisieren. Dazu dient die Befehlsfolge
sudo apt-get update sudo apt-get upgrade
Mittels update werden nur aktualisierte Pakete gesucht, mit upgrade werden sie geladen und installiert. Leider funktioniert auch das nicht problemlos. Generell lädt das Tool auf dem EeePC keine Pakete mit einem Doppelpunkt im Dateinamen und recht oft meutert es über eine falsche Dateigröße.
Mir fehlten eben (14.10.2008) beim Upgrade zwei Dateien
http://update.eeepc.asus.com common/main xbase-clients 1:7.2.ds2-2asus2_i386.deb 404 Not Found http://update.eeepc.asus.com/1.6/pool/common/xbase-clients_7.2.ds2-2asus2_i386.deb Größe stimmt nicht
Ich habe die beiden Dateien dann mittel Browser von http://update.eeepc.asus.com/1.6/pool/common/ geladen und nach
/var/cache/apt/archives
gespeichert, wo auch die anderen Dateien schon lagen.
Ein erneuter Aufruf von
sudo apt-get upgrade
verlief dann erfolgreich.
Ergänzung vom 12.07.2009
Ich habe heute mal wieder das Xandros-System auf einem EEEPc gestartet und konnte feststellen, dass die Software-Verwaltung jetzt funktioniert.
Na immerhin, nach knapp einem Jahr ließen sich alle Aktualisierungen installieren, die für diesen Rechner gedacht sind. Es bleiben drei Pakete für den 901, die hier wohl keinen Sinn machen.
Veränderungen am System
Größere Veränderungen am System sind auf den folgenden Seiten dokumentiert:
- EeePC-Wiederherstellung
- EeePC-IceWM aktivieren
- EeePC-Voller Desktop
- EeePC-Ubuntu installieren
Anpassung des Xandros-Systems
Das Betriebssytem mit dem der EeePC ausgeliefert wird hat den Vorteil, dass alle Komponenten einwandfrei funktionieren. Die wichtigsten Anwendungen sind auch gleich mit an Bord. Es ist aber recht mühsam das vorhandene System zu erweitern, speziell die Aufnahme von Anwendungen in die Menüstruktur ist aufwändig. Es gibt aber eine Reihe von Tips und Erweiterungen, die das Leben sehr erleichtern.
Konsole aufrufen
Wer schon einmal mit Linux gearbeitet hat, der weiss, dass es eine Möglichkeit gibt mit einer textbasierten Shell zu arbeiten. Die dafür notwendige Anwendung ist aber nicht in der grafischen Oberfläche zu finden. Wenn man die folgenden Tasten gleichzeitig drückt:
Strg+Alt+t
dann öffnet sich eine Shell.
Innerhalb der Konsole kann man dann mittels
whoami
abfragen, wer man eigentlich ist ;-) In der Standardkonfiguration ist man als Benutzer user angemeldet. Mittels
sudo su
kann man dann den Benutzer wechseln und zum Superuser root werden. Nur dieser Benutzer darf auf einem Linux-System an alle Konfigurationen heran. Normale Benutzer wie user dürfen auf einem Linux-System nicht viel konfigurieren.
Die Tastenkombination ist übrigens in der Datei /etc/X11/icewm/keys festgelegt. Hier findet sich noch eine Reihe weiterer Tastenkombinationen:
key "Alt+Ctrl+Del" ksysguard --showprocesses key "Print" ksnapshot key "Alt+Ctrl+t" x-terminal-emulator key "Alt+Ctrl+f" fte key "Alt+Ctrl+e" nedit key "Alt+Ctrl+g" gimp #key "Alt+Ctrl+n" netscape -noraise -remote openBrowser #key "Alt+Ctrl+b" netscape -noraise -remote openBookmarks #key "Alt+Ctrl+m" netscape -noraise -remote openURL(mailto:,new-window) key "Alt+Ctrl+n" sensible-browser #key "Alt+Ctrl+b" mozilla -noraise -remote openBookmarks key "Alt+Ctrl+m" mozilla-thunderbird mailto:
Da nicht alle zugehörigen Programme installiert sind haben nicht alle Tastenkombinationen einen Effekt, die ersten drei funktionieren aber. Zeilen die mit einen #-Zeichen beginnen sind deaktiviert, bzw. auskommentiert.
Man kann hier jederzeit eigene Tastenkombinationen definieren, wie z.B.
key "Alt+Ctrl+k" kwrite
Zeit aus dem Netz holen
Es bringt wenig Spass auf einem Computer mit Netzanbindung die Uhrzeit einstellen zu müssen. Für diesen Zweck gibt es eine Reihe von Programmen, die die Zeit aus dem Internet holen.
Auf dem EeePC ist für diesen Zweck das einfache Programm rdate vorhanden. Gibt man dem Programm die Adresse eines Zeitservers an, so holt es von da die Zeit und stellt die Uhr
sudo rdate time.fu-berlin.de
Folgende Timeserver antworten auch an rdate:
- time.fu-berlin.de
- timeserv.rz.fh-muenchen.de
- time.uni-potsdam.de
Menü-Editor
Der Menü-Aufbau des Asus-Rechners ist in der Datei /var/lib/AsusLauncher/simpleui.rc festgelegt. In vielen Quellen wird stattdessen /opt/xandros/share/AsusLauncher/simpleui.rc genannt, das ist aber anscheinend nur eine alte Vorlage. Sowie der Rechner das erste Mal ins Netz geht, also ohne irgendeinen Update Button gedrückt zu haben, taucht das Verzeichnis /var/lib/AsusLauncher/ ganz neu auf dem Rchner auf.
Diese Datei ist leicht lesbar, besitzt aber einen recht verschachtelten Aufbau.
Für jede Rubrik und jedes Programm finden sich hier die notwendigen Einträge. Das System ist aber relativ empfindlich gegenüber Fehlern, insofern sollte man hier mit direkten Änderungen sehr vorsichtig sein. Im Netz findet man aber eine Reihe von Programmen, die einem die Arbeit abnehmen. Eines der Tools ist der Emeditor von http://download.projectsakura.com/eeepc/ die aktuelle Version im September ist 0.5.6.
Im einfachsten Fall öffnet man zur Installation mit Alt+Ctrl+t eine Shell und lädt das Programm herunter
wget http://download.projectsakura.com/eeepc/emeditor_0.5.6-0.i386.deb
dann besorgt man sich root-Rechte und installiert das Programm
sudo dpkg -i emeditor_0.5.6-0.i386.deb
Das Programm fragt zwar nach, wo es sich installieren soll, das hatte bei mir aber nicht geklappt. Also wird im nächsten Schritt der Editor gestartet, um sich selber ins Menü zu setzen.
sudo emeditor
Der Editor ist im Aufbau recht schlicht, aber trotzdem vollkommen ausreichend. Um ein neues Programm im Menü unterzubringen wählt man links die Rubrik und klickt dann rechts auf das Icon mit dem + .
Es erscheint ein Fensterchen mit drei Reitern.
Im ersten Reiter gibt man den Namen des Programmes ein, auf Wunsch auch in Deutsch. Im Reiter Icon kann man aus den vorhandenen Icons das passende Auswählen. Der emeditor hat ein gleichnamiges Icon installiert. Im Reiter Command muss dann der Befehl eingetragen werden, der bei einem Klick auf das icon ausgeführt werden soll. Der Befehl wird in das Feld Command eingetragen, in diesem Fall
/usr/bin/sudo /usr/bin/emeditor
Das Programm sudo bewirkt hier, dass der Editor mit root-Rechten startet, sonst kann er auch nicht auf die simpleui.rc schreibend zugreifen.
Das neue Icon ist aber nicht unbedingt sofort zu sehen, sondern eventuell erst nach einem Neustart der grafischen Oberfläche. Dazu startet man entweder den Rechner neu oder man drückt die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace, was die grafische Oberfläche abschießt, die anschließend automatisch neu startet.
Man sollte sich die angepasste Datei aber auf alle Fälle zusätzlich sichern, da manches Update die simpleui.rc ohne jegliche Rückfrage überschreibt.
- http://www.eeetalk.de/2008/02/15/eeepc-easy-mode-editor.html
- http://wiki.eeeuser.com/howto:customizeeasymode
- http://www.3eportal.com/index.php?option=com_content&task=view&id=34&Itemid=34
- http://www.philmerk.de/eee/
Paketverwaltung mit apt
Da dem EeePC ein Debian-System zugrunde liegt werden zusätzliche Software-Pakete mit dem Programm apt-get installiert.
apt-get install <Paketname>
Die Dateinamen der Pakete enden alle auf .deb, diese Endung darf aber nicht mit angegeben werden.
Das apt-get schaut dann in seinen Paketlisten nach, ob es das gesuchte Paket finden kann und installiert es dann im Erfolgsfall. Dabei werden eventuell zusätzlich benötigte Pakete mit installiert. Die zur Verfügung stehenden Paketquellen (Repositories) stehen in der Datei
/etc/apt/sources.list
Diese Liste kann man mit einem beliebigen Texteditor um weitere Repositories erweitern. Oft erwähnte zusätzliche Quellen sind
#die offiziellen Quellen von Asus deb http://update.eeepc.asus.com/1.6 common main deb http://update.eeepc.asus.com/1.6 p900a main deb http://update.eeepc.asus.com/1.6 de main #weitere Quellen deb http://xnv4.xandros.com/4.0/pkg/ xandros4.0-xn main contrib non-free
Wichtig ist, dass man darauf achtet den Paketquellen die richtige Priorität zu geben. Asus hat einige Pakete an den EeePC angepasst. Findet sich nun in einer anderen Quelle eine neueres Paket mit gleichem Namen, so würde es bei einem Upgrade einfach übergebügelt und der EeePC vermutlich nicht mehr einwandfrei arbeiten.
Die Prioritäten werden über die Datei
/etc/apt/preferences
festgelegt:
Package: * Pin: origin update.eeepc.asus.com Pin-Priority: 950 Package: * Pin: origin Pin-Priority: 925
Package: * Pin: origin xnv4.xandros.com Pin-Priority: 900
Package: * Pin: release a=stable Pin-Priority: 700 Package: * Pin: release a=testing Pin-Priority: 650 Package: * Pin: release a=unstable Pin-Priority: 600
In diesem Fall hätte update.eeepc.asus.com Vorrang vor dem xnv4.xandros.com. Der zweite Eintrag, ohne Quellangabe, betrifft lokal vorhandene Pakete, z.B. von einer CD. Die preferences-Datei ist auf den EeePC in der Regel nicht vorhanden, muss also bei Bedarf erst angelegt werden.
Apt kennt einige weitere Parameter
apt-get update
Aktualisiert die Liste der in den Repositories vorhandenen Pakete. Ist nach jeder Änderung an /etc/apt/sources.list unbedingt notwendig. Aber auch sonst sollte man das gelegentlich machen, für den Fall das Pakete aktualisert wurden. Das Kommando ändert aber nicht am vorhandenen System.
apt-get upgrade
Aktualisiert alle installierten Pakete, sofern neuere Pakete vorliegen. Ist eigentlich nicht notwendig, nimmt eventuell dramatische Änderungen am installierten System vor.
Weitere Informationen zu apt und dem Pinning http://www.debian.org/doc/manuals/apt-howto/ch-apt-get.de.html http://jaqque.sbih.org/kplug/apt-pinning.html http://www.eeewiki.de/index.php/How-To:_Zusätzliche_Software_Repositories_hinzufügen


