Photovoltaik

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Am Ende des Sommers 2023 haben wir uns entschlossen, in eine Photovoltaik-Anlage zu investieren. Nach meinen Überlegungen sollte sich die Anlage nach heutigen Regelungen noch deutlich mehr rentieren, als bei der ursprünglichen Entscheidung gedacht. Das Problem ist nur, dass durch den großen Ansturm auf die Solarteure einerseits die Preise gestiegen sind, man andererseits auch Schwierigkeiten hat eine Firma zu finden, die einem zeitnah die Installation vornimmt.

Ich will hier einfach einmal begleitend zu diesem Projekt meine subjektiven Erfahrungen schildern. Zum heutigen Zeitpunkt (31.05.2023) kann ich noch nicht sagen, wie das Projekt ausgeht. Ich hoffe aber, dass meine Erfahrungen auch anderen Interessenten weiter helfen.

Wir wollen haben:

  • PV-Anlage mit ca. 20 Modulen
  • Speicher mit ca. 6 kWh
  • Wallbox mit 11 kW

Zu diesem Projekt gehört inzwischen eine Reihe von weiteren Seiten mit speziellen Aspekten:

Hier auf dieser Seite finden sich dann die folgenden Themen:

Was ich gelernt habe

Bei der Beschäftigung mit dem Thema Photovoltaik fällt eine Reihe von Informationen an. Dabei sind die Auskünfte der einzelnen Berater nicht immer deckungsgleich. Eine für mich hilfreiche Quelle sind die Dokumente der Firma Enerix.

Dachpfannen in Reserve

Viele Solarteure erwarten, dass der Kunde eine Reihe von Dachpfannen in Reserve liegen hat. Das hängt damit zusammen, dass ja mehrere Dachpfannen bewegt und z.T auch mit einer Flex bearbeitet werden müssen. Dabei kann dann immer mal eine Pfanne brechen. Das Beschaffen von z.B. 10 solchen eventuell älteren Pfannen ist nicht ganz unkompliziert. Viele Dachdecker wollten mehr als 10€ pro Pfanne berechnen. Hier lohnt es sich etwas herumzufragen. Ich habe letztendlich einen Händler gefunden, der mir die Pfannen für 2,80 € das Stück verkauft hat.

Planungsgrößen

Es ist schon relativ schwierig, die optimalen Größen für eine PV-Anlage zu ermitteln. Folgende Daten sind eine Grundlage:

dabei ist:

hier tauchen folgende Größen auf:

  • prozentualer Effizienzwert, das ist eine Größe, die von der Dachneigung und der Dachausrichtung abhängt. Bei direkter Süd-Ausrichtung und einer Dachneigung zwischen 20 % und 50 % ergibt sich eine Effizienz von 100 %.
  • regionaler Energieertrag, die Leistung der Sonne ist am Äquator am höchsten und nimmt zu den Polen hin ab. Der Wert liegt für Norddeutschland bei 900.

Für meine Bedürfnisse ergibt sich damit folgende Rechnung für die Solaranlage:

Ein Auto verbraucht 15 kWh auf 100km. Wir fahren 10.000km im Jahr.

Entsprechend der Bedarf für den Speicher:

Also auf meine Werte bezogen:

Das sind so die Werte, die sich aus den Formeln von Enerix ergeben. Speziell die Werte für den Speicher sind aber sicher nur Anhaltspunkte. Hier machen sich die Nutzungsmöglichkeiten sicher deutlich bemerkbar. Wer seinen Stromverbrauch in die helle Tageszeit schieben kann, der braucht sicher weniger Speicher, als jemand, der tagsüber außer Haus arbeitet und abends seinen größten Verbrauch hat.

Mit diesen Daten kann ich jetzt den Eigenverbrauchsanteil und den Autarkiegrad ermitteln lassen, über z.B. https://www.volker-quaschning.de/software/unabhaengig/index.php

Mit den Eingaben:

  • Jahresstromverbrauch 4.000 kWh
  • Photovoltaikleistung: 5,8 kWp
  • Batteriekapazität: 6,6 kW

Komme ich nach den Daten auf:

  • Eigenverbrauchsanteil: 52 %
  • Autarkiegrad: 72 %

Jetzt kann man versuchen, mit den Daten zu spielen. Wenn ich die Batteriekapazität verdoppele, komme ich auf_

  • Eigenverbrauchsanteil: 56 %
  • Autarkiegrad: 75 %

Das dürfte kaum den Mehraufwand rechtfertigen.

Halbieren der Kapazität führt zu

  • Eigenverbrauchsanteil: 41 %
  • Autarkiegrad: 56 %

Das macht schon einen Unterschied.

Konkrete Planung mit Fri

Mit der von uns beauftragten Anlage ergibt sich folgende Situation (zumindest in der Planung):

  • Jahresstromverbrauch 4.000 kWh
  • Leistung der Anlage: 8,2 kWp
  • Speicher: 5 kWh

Der Rechner unter https://www.volker-quaschning.de/software/unabhaengig/index.php liefert dann:

  • Eigenverbrauch: 35 %
  • Autarkie: 68 %

Damit und den Angaben:

  • Dachausrichtung: Süd
  • Dachneigung 45°

kann ich dann an den Rechner unter https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/de/#PVP herantreten und erhalte:

  • Energieerzeugung pro Jahr: 7.714 kWh

Jetzt einmal die finanzielle Seite (Ergebnisse jeweils gerundet):

  • Ich verbrauche also selber 35 % von den erzeugten 7.714 kWh, das wären 2.700 kWh. Bei einem Strompreis von 40ct/kWh spare ich also 1.080 €/Jahr.
  • Die verbliebenen 5.014 kWh speise ich in das öffentliche Netz ein. Dafür erhalte ich jeweils 8,2 ct, das mach dann 411 €.
  • Die Anlage bringt also etwa 1.491 € pro Jahr ein.
  • Die bestellte Anlage kostet etwa 27.000 €, nach knapp 18 Jahren hat die Anlage sich dann amortisiert.

Steigender Strompreis und steigender Stromverbrauch macht die Rechnung günstiger. Noch nicht eingerechnet sind Kosten für die Versicherung, die für die ersten drei Jahre von Fri getragen werden.

Hilfreiche Links

Erfahrungen mit Firmen und Angeboten

Wir beziehen unseren Strom bisher vollständig vom E-Werk Sachsenwald. Der Preis dort war über das Jahr 2022 so niedrig, dass manche Solarteure das kaum glauben konnten. Inzwischen ist aber auch hier der Preis deutlich angestiegen.

Auf seiner Website nennt das E-Werk Wunsch-Elektropartner, zumindest zum Thema Wallbox. Von den Firmen hatte keine Zeit mich zu beraten und dann ein Angebot zu machen. Eine der lokalen Firmen meldete aber zurück, dass sie sich bis Dezember (2022) melden würden. Eine Rückfrage, ob noch Interesse besteht, kam dann im Dezember 2023!

Ich habe dann online nach Anbietern gesucht und von den folgenden Firmen eine Rückmeldung erhalten:

Zolar

Bei https://www.zolar.de habe ich im August eine Anfrage gestellt, dann aber recht schnell eine Absage bekommen.

Energieversum

Bei dieser Firma kann der Berater schon beim Besuch vor Ort relativ gut den Preis ermitteln. Dafür gibt es eine Broschüre, über die die wichtigsten Fragen abgearbeitet werden. Das daraus resultierende Angebot war aber preislich nicht aufgeschlüsselt. Es ergab sich eine Netto-Gesamtsumme von etwas über 32.000 € für 18 Module, 7,5 kWh Speicher und Wallbox.

Lichtblick - Installion

Im Herbst 2022 hat Lichtblick für PV-Anlagen geworben. Für uns war Lichtblick relativ naheliegend, da wir mit denen einmal ein Blockkraftwerk im Einsatz hatten. Lichtblick hat dann auf Installion als Dienstleister verwiesen. Nach meinen Informationen ist Installion inzwischen von Lichtblick übernommen worden.

Das Angebot vom 2.9.22 umfasst 14 Module, einen Wechselrichter und 5-6,5 kWh Speicher. Das sollte Netto 18.850 € kosten, dazu wären 2.380 € für eine Wallbox gekommen. Ansonsten war das Angebot preislich nicht weiter aufgeschlüsselt. Problematisch fand ich, dass das Angebot nur auf telefonischem Austausch beruht. Erst nach Annahme des Angebotes sollte sich jemand die Lage vor Ort anschauen. Dieser Termin wäre dann erst im November gewesen.

EKD-Solar

Mein Bruder hat für sein Ferienhäuschen eine Anlage bei EKD-Solar bestellt. Auch eine Familie aus der Nachbarschaft hat dort einen Vertrag geschlossen. In beiden Fällen waren diese Bestellungen im Sommer aktuell. Also lag es auch für uns nahe, auch diese Firma anzusprechen. Den ersten Termin mit unserem Berater hatten wir dann nach knapp zwei Wochen, Mitte September.

Etwas später gab es dann einen zweiten Termin mit dem Angebot. Das Angebot ist sehr detailliert aufgeschlüsselt und weitestgehend nachvollziehbar. Wir kamen auf einen Gesamtpreis von knapp 34.000 € Netto.

Wir haben uns nicht gegen dieses Angebot entschieden, sondern später für ein anderes Angebot.

Die Erfahrungen meines Bruders und der Nachbarn mit der Firma ist etwas durchwachsen. Die Solarmodule waren Weihnachten auf den Dächern, die Speicher und die endgültige Installation fehlen aber noch. Die Speicher kommen wohl erst im zweiten Quartal.

Als mein Bruder auch ein Angebot für sein Haus in Hamburg haben wollte, stellte der Berater fest, dass die Dachpfannen in Pappdocken verlegt sind und dann nehmen sie dort keine Installation vor. Auch unsere Dachpfannen sind in Pappdocken verlegt, das war dem Berater aber nicht aufgefallen, zumindest hat er keine Einschränkung formuliert.

Zu den Erfahrungen meines Bruders, Ende März sind ihm Wechselrichter und Speicher geliefert worden. Dann hieß es, die Installation würde in 10 bis 12 Wochen erfolgen. Er hat sich dann mit der Installationsfirma direkt in Verbindung gesetzt und einen Termin für Mitte April erhalten. Der Elektriker kam auch, hat dann aber festgestellt, dass die Planung nicht den Vorschriften entspricht und er mehr Platz braucht und einen zusätzlichen Erdnagel. Den Erdnagel hatte Fri.Energy bei uns gleich mit eingeplant.

Nun braucht er auf alle Fälle noch einen weiteren Termin.

So, bei beiden Familien sind die Anlagen im Mai fertiggestellt.

Enerix

Die Firma https://www.enerix.de stellt tolles Informationsmaterial zur Verfügung. Aus dem Photovoltaik-Leitfaden habe ich eine Vielzahl von Informationen bezogen.

Leider hat mit der lokale Vertreter für Enerix Hamburg umgehend mitgeteilt, dass sie keine Kapazität für uns haben.

Er hat mich aber an einen anderen Berater weitervermittelt, der arbeitet mit der Firma BLW Landeswerke aus Bayern zusammen.

BLW Landeswerke

Der von Enerix vermittelte Berater ist frei tätig und arbeitet mit BLW zusammen. Das Angebot kam relativ zeitnah, die einzelnen Positionen sind aber nicht mit Preisen versehen. Die Gesamtsummer lag bei 30.000 € Netto, bei 17 Modulen mit 9,75 kWh Speicher und Wallbox.

Die Beratung war gut, aber uns war eine bayerische Firma dann doch etwas zu weit weg.

energy for life

Für diese Firma (https://energy-forlife.de) sprach ihre Lage in Norddeutschland. Die Firma kommt aus Rotenburg (Wümme). Im Prinzip waren wir auch schon fast entschieden, deren Angebot anzunehmen. Das Angebot war nicht mit Preisen für die einzelnen Unterpunkte versehen. Die Gesamtsumme lautete auf 32.500 € Netto für 23 Module, 10,8 kWh Speicher und Wallbox.

fri.energy

Wir hatten uns Freitag, den 30.09.22 für eine endgültige Entscheidung gesetzt, welches der Angebote wir annehmen wollen. Einen Tag vorher meldete sich https://fri.energy auf eine länger zurückliegende Anfrage. Der Berater kam dann an dem Freitag. Das war der erste Berater, der wirklich ins Dach "gekrabbelt" ist, in unsere Abseiten. Dabei sind ihm natürlich auch unsere Pappdocken aufgefallen, er sagte gleich, dass die mit Mehrkosten verbunden sind.

Er ist mit einer Leiter dichter ans Dach gegangen, auch um noch einmal die Maße zu kontrollieren. Meine Frau und ich waren uns sofort einig, dass wir hier unterschreiben würden, wenn das Angebot dann auch passend ist.

Das Angebot ist detailliert und die einzelnen Unterpunkte mit Preisen versehen. Als Summer für 20 Module, 5 kWh Speicher und 11 kW Wallbox beläuft sich auf 29.000 € Netto. Mein Hinweis, dass der Speicher etwas kleiner sei als ich geplant hatte, wurde mit dem Hinweis gekontert, dass sich der Speicher ganz einfach modular erweitern lässt und es gibt 5 Jahre Garantie für diese Erweiterungsmöglichkeit.

Erfahrungen mit fri.energy

Den Text mit den Abläufen und Erfahrungen habe ich auf eine eigene Seite ausgegliedert, einfach weil durch die Länge des Verfahrens auch viele Beiträge auftauchen: Erfahrungen mit fri.energy

Gelieferte Komponenten und ihre Eigenschaften

Die meisten Komponenten waren im Angebot spezifiziert. Lediglich bei den Modulen war eine Auswahl genannt.

Module

Wir haben 20 Module LX-415M/182-108+ der Firma Luxor erhalten: https://www.luxor.solar/files/luxor/download/datasheets/LX_EL_HC_BB_M108_395-415W_182_DE.pdf

Abmessung:    1724 mm x 1134 mm x 35 mm (Fläche 1,955 m2)
Gewicht:      22 kg
Nennleistung: 415 Wp

Wechselrichter

Huawei Sun2000-8KTL-M1

Abmessung: 525 mm x 470 mm x 146,5 mm
Gewicht: 17 kg

Speicher

Huawei Luna2000-5-SO 5 kWh

Abmessungen: 670 mm x 150 mm x 600 mm
Gewicht:     63 kg

Es lassen sich zwei weitere Batteriemodule nachrüsten, sodass man bis auf 15 kWh kommen kann.

Wallbox

Wallbox Copper SB OCPP

https://support.wallbox.com/de/knowledge-base/copper-sb-produktuebersicht/

Abmessungen: 260 mm x 192 mm x 113 mm
Gewicht 2 kg

Dachmontage

Die 20 Module sind alle auf den verschiedenen Dachflächen untergebracht.

Module-Dach 20230609.jpg

Auf der Gaube befinden sich vier Module und auf dem normalen Schrägdach weitere acht Module. Von Fri war geplant worden 10 Module auf dem normalen Dach zu positionieren, die Monteure haben aber erklärt, dass sie direkt neben der Gaube nicht an den Dachsparren herankommen und daher so nicht zuverlässig montieren können. Sie haben statt der geplanten zwei dann vier Module auf der Gaube montiert. Das hat auch gut gepasst, da sie diese quer statt hochkant montiert haben. Der notwendige Abstand zum Nachbarn ist dabei trotzdem eingehalten.

Der Rest, nochmals acht Module, ist dann auf dem Flachdach untergebracht.

Module-Flachdach 20230609.jpg

Die Anschlüsse sind als drei Strings bis in den Keller geführt. Dort sind dann zwei davon gemeinsam verschaltet, da der Wechselrichter nur über zwei String-Eingänge verfügt.

Die Leitungen an der Hauswand sind leider in Kunststoff-Kabelkanälen untergebracht und nicht wie geplant in Metallrohren.

Keller

Die Anlage ist jetzt im Kellerraum vollständig aufgebaut:

Uebersicht.jpg

Links sieht man den neuen Zählerschrank (Abmessung: 0,55 m x 1,10 m), der an der linken oberen Ecke wirklich etwas hängt, Ursache ist das Belüftungsrohr dahinter, welches eine gerade Befestigung verhindert hat. Auf dem Foto wirkt die Konstruktion aber deutlich schiefer, als in der Wirklichkeit.

Das rundliche Gerät rechts oben ist der Wechselrichter und unten am Boden sieht man den Speicher. Beide Geräte gehören zusammen, nach meinem Kenntnisstand kann man den Wechselrichter nicht mit Speichern anderer Hersteller verbinden.

Die Breite der gesamten Installation beträgt hier 1,90 m, wobei einen Teil des Platzes der alte Gasanschluss belegt.

Bei dieser Installation bilden Wechselrichter und Speicher quasi eine Einheit. Der Speicher arbeitet nur mit diesem Wechselrichter zusammen, da er von dort mit Gleichstrom versorgt wird und auch dorthin nur Gleichstrom liefert, der aber natürlich im Wechselrichter angepasst wird.

Manche andere Lösungen arbeiten mit Speichern, die im Wechselstrom-Bereich angeschlossen sind. Das erhöht die Flexibilität bei der Auswahl des Speichers, der ist dann vom Wechselrichter unabhängig und kann auch freier positioniert werden. Der Nachteil besteht aber darin, dass im Wechselrichter aus dem Gleichstrom Wechselstrom gemacht wird, der dann im Speicher wieder gleichgerichtet werden muss. Außerdem muss der Speicher dann über einen eigenen Wechselrichter verfügen. Das erhöht sicherlich den technischen Aufwand und die Verluste.

Wenn ich das richtig sehe, dann liegt bei uns folgende Struktur der Komponenten vor:

Solaranlage-v8.png

Zählerschrank

Mit dem Zählerschrank dürfte der Elektriker etwas weniger Arbeit gehabt haben, als normal. Bei uns ist nämlich der Sicherungskasten auf der anderen Seite des Hauses, ein Abspracheproblem zwischen E-Werk und Bauunternehmen. Aus diesem Grund war kaum etwas an alten Anschlüsse zu verlegen. Der neue, viel größere Zählerschrank ist daher sehr leer.

Zaehlerschrank.jpg <-neu   alt-> Zählerschrank-alt-.jpg

Auf dem rechten Bild ist der alte Zählerschrank zu sehen.

Im linken Teil des neuen Kastens finden sich

Der rechte Teil des Kastens

  • beginnt mit den Sicherungen für die Wallbox
  • in der Zeile darunter dann die Sicherungen für den Wechselrichter und der Huawei Smart Power Sensor DTSU666-H.

Wechselrichter

Unser Wechselrichter ist ein Huawei Sun2000-8KTL-M1. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus:

  • SUN2000: dreiphasiger, netzgebundener Wechselrichter für PV-Strings
  • 8K: Leistungspegel 8 kW
  • TL: transformatorlos
  • M1: Designcode - Produktreihe mit einer Eingangsspannung von 1100 V DC

Der Wechselrichter verfügt über drei grüne Leuchtdioden, die der Reihe nach folgende Bedeutung haben:

  • Verbindung zum Dach
  • Verbindung zum Stromnetz
  • Netzwerkzugang, daher blinkt diese Diode häufiger

Am Wechselrichter findet sich die größte Zahl an Anschlüssen.

Wechselrichter 20230718.jpg

Die Anschlüsse erfolgen über Buchsen am unten Ende des Gerätes, lediglich die Erdleitung ist an der rechten Seite befestigt. Die Anschlüsse der Reihe nach von Links:

  • Anschluss von String 1 (Steckerpaar)
  • Anschluss von String 2 (Steckerpaar)
  • Anschluss Speicher (Steckerpaar)
  • Smart Dongle-Anschluss (GPRS/4G/WLAN-FE) für (LAN oder WLAN, hier LAN)
  • Kommunikationsanschluss (COM) Kommunikation mit dem Speicher
  • Anschluss zum Zählerschrank

Modbus-Schnittstelle

Der Wechselrichter bzw. der Dongle verfügt über eine Modbus TCP Schnittstelle, die aber anscheinend nicht automatisch aktiviert wird.

Weitere Informationen unter https://solar.huawei.com/de/professionals/all-products

Die Modbus-Schnittstelle ist bei mir inzwischen aktiviert, dazu hat der Support u.a. die Software auf dem Dongle aktualisiert, jetzt ist der Port 502 erreichbar.

Man muss bei diesem Port etwas aufpassen, bei einem normalen Portscan wird er nicht mit getestet:

nmap  192.168.1.47

Starting Nmap 7.60 ( https://nmap.org ) at 2023-08-16 11:25 CEST
Nmap scan report for lwip.fritz.box (192.168.1.47)
Host is up (0.00051s latency).
All 1000 scanned ports on lwip.fritz.box (192.168.1.47) are closed

Nmap done: 1 IP address (1 host up) scanned in 2.77 seconds

aber ein Scan direkt auf den Port klappt:

nmap  -p 502 192.168.1.47

Starting Nmap 7.60 ( https://nmap.org ) at 2023-08-16 11:28 CEST
Nmap scan report for lwip.fritz.box (192.168.1.47)
Host is up (0.00025s latency).

PORT    STATE SERVICE
502/tcp open  mbap

Nmap done: 1 IP address (1 host up) scanned in 0.02 seconds

Man könnte entsprechend auch mehrere Ports konkret testen mittels:

nmap  -p 1-1000 192.168.1.47

Speicher

Der Speicher ist ein Huawei Luna2000-5-SO. Der Speicher ist recht kompakt, da er auf Lithium-Eisenphosphat Technologie beruht.

Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus:

  • LUNA2000: Produktbezeichnung
  • 5: Kapazität 5 kWh
  • S0: Designcode: Akku

Dieses Gerät verfügt über zwei Bereiche mit Leuchtdioden.

  • Die linke Leuchte zeigt an, dass das Gerät eingeschaltet ist.
  • Im rechten Bereich finden sich 10 Segmente, kreisförmig angeordnet. Damit wird der Füllstand des Speichers angezeigt. Jedes Segment steht für 10 % Füllung, im Bild ist der Speicher also zu 100 % gefüllt.

Speicher 20230718.jpg

Der Speicher besteht aus drei Teilen. Ganz unten eine Fußleiste, die einen gewissen Abstand vom Boden erzeugt. Darüber kommt das eigentliche und sehr schwere Batteriemodul. Es können insgesamt drei davon übereinander montiert sein, sodass maximal 15 kWh Kapazität möglich werden. Ganz oben kommt die Elektronik-Komponente, die dann mit dem Wechselrichter kommuniziert.

An den beiden Seiten verlaufen die Verbindungskabel, die dann durch Blenden abgedeckt sind

Wallbox

Einen Schönheitspreis kann man mit der Durchführung der Kabel durch die Kellerwand sicherlich weder innen noch außen gewinnen, zumal die Kabel ja auch noch recht bunt sind.

  • Das graue Kabel ist das Stromkabel,
  • das gelbe Kabel stellt die Verbindung zum Smartmeter EM340 im Sicherungskasten her,
  • das obere schwarze Kabel ist für die Ethernet-Verbindung und
  • das untere schwarze Kabel führt vom Sicherungskasten zum Erdanker.

IMG 20231114 145553663.jpg   IMG 20230719 153328944.jpg

Es wurden drei kleine Löcher durch die Wand gebohrt. Das Kabel ist dann wohl etwas kurz geworden. Bei den Metallrohren fehlt bisher leider ein Teil der Endkappen.

Die Wallbox selber stammt von der Firma Wallbox und ist eine Copper SB der spanischen Firma Wallbox. Die Anlage hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass sie mit einer Steckbuchse ausgerüstet ist und nicht mit einem Kabel. Das Kabel haben wir extra gekauft und schon festgestellt, dass die Länge von 5 m doch relativ knapp ist. Es lässt sich aber das mitgelieferte Kabel aus dem Auto nutzen, das oft etwas länger ist.

Wallbox.jpg

Bei der Wallbox lässt sich die Ladestromstärke zwischen 6 A und 16 A einstellen. Das entspricht etwa 4 kW bis 11 kW Ladeleistung bei dreiphasigem Anschluss. Wenn ich das richtig sehe, dann verfügt das Gerät noch über weitere Möglichkeiten, die Ladeleistung auf die PV-Anlage hin zu optimieren. Die Ladeleistung lässt sich auch im laufenden Vorgang verändern.

Für den Start des Ladeprozesses gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Mitgeliefert wird eine RFID-Karte, die das Laden startet
  • Aus der Oberfläche unter https://my.wallbox.com/ kann man Benutzer einladen, die dann per Mail aufgefordert werden, die App zu laden und einen Account anzulegen. Danach können sie über ihre App das Laden starten. Als Betreiber kann ich festlegen, ob das Laden bezahlt werden muss oder nicht.

Die Kontrollleuchte zeigt farbig einige Zustände an:

  • Weiß: Kein Kabel angeschlossen
  • Grün: Bereit
  • Blau: Verbunden
  • Blau blinkend: Ladevorgang läuft
  • Gelb: Gesperrt, Autorisierung über App oder RFID-Karte erforderlich
  • Rot: Fehler

Zur Wallbox habe ich auch ein Anschlusskabel bestellt. Inzwischen habe ich gemerkt, dass es mit 5 m recht kurz ist, dafür aber ziemlich dick, da es für 32 A also 22 kW ausgelegt ist. Ein 10 m Kabel für 16 A und damit 11 kW wäre besser,

Von 11 kW Ladeleistung darf man natürlich keine Wunder erwarten. Ein Fahrzeug wie der VW ID3 verbraucht fast 20 kWh / 100 km (es ist etwas weniger, aber so lässt es sich leichter rechnen). Die Ladestation lädt mit 11 kW, damit wird in einer Stunde für 55 km Strom geladen.

Leistungsdaten abfragen

Wenn man schon eine PV-Anlage besitzt, dann möchte man auch wissen, was sie an Ertrag bringt.

Abfrage-Möglichkeiten

Dafür gibt es recht unterschiedliche Möglichkeiten:

Die Details finden sich auf der Seite Huawei Sun2000 Daten abfragen

Solaranlage von OpenHAB abfragen

Aktuell bin ich dabei meine Anlage von OpenHAB aus abzufragen, per Modbus Schnittstelle. Die Ergebnisse dazu finden sich unter


Andere Tools

Eine sehr umfangreiche und freie Software zum Auslesen verschiedener Wechselrichter findet sich unter:

Das Tool ist in PHP erstellt und sehr schön kommentiert und strukturiert.